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Interferenzen
für Klarinette und 15 Spieler
[ 1988 ] |
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Ursprünglich als Konzert für Klarinette
und Kammerensemble in Auftrag gegeben, komponierte ich eine halbstündige
Musik für Soloklarinette und fünfzehn Spieler in drei
Gruppen (ein Holzbläserblock, ein Blechbläserquintett
und — quasi als »Continuokern« — Schlagzeug,
Klavier, Akkordeon, E-Gitarre/Bass und Synthesizer), welche die
traditionelle Konzertform nur noch teilweise erkennen lässt.
Am ehesten noch in formaler Hinsicht, sind doch die drei Sätze
als solche deutlich abgegrenzt, wenn auch zur Einsätzigkeit
verschmolzen.
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Von der Ensemblekonstellation her wird man das Stück
allerdings als »Konzert« im herkömmlichen Sinn
kaum bezeichnen können. Denn der Soloklarinette stehen fünfzehn
Solisten gegenüber, die nicht mindere instrumentale Ambitionen
entwickeln und die gelegentlich versuchen, dem Klarinettisten seinen
Rang streitig zu machen. Daraus ergibt sich ein Konkurrenzkampf,
vielleicht ein bisschen im Sinne eines barocken Concerto grosso.
Die Musiker sind durchaus auch improvisatorisch zur kreativen Mitarbeit
herausgefordert. Jedenfalls verhalten sich die Mitglieder des Ensembles
dem Solisten gegenüber deutlich emanzipiert, auch wenn es der
Klarinette doch immer wieder gelingt, sich durchzusetzen.
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In kompositorischer Hinsicht bot sich in diesem
Werk die Gelegenheit, mit einem frei zusammengestellten Instrumentalensemble
klanglich zu experimentieren und neue Ausdrucksmöglichkeiten
zu suchen.
Die ungewohnte Kombination gemeinhin vertrauter Instrumente einerseits
(Akkordeon) und der gezielte Einsatz elektronischer Klänge
andererseits ergaben sich aus dem Wunsch, in das Klangspektrum eines
traditionellen Blasorchesters Klangvorstellungen und -erfahrungen
anderer zeitgenössischer Musikströmungen einzubringen.
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Hierbei war durch die Konfrontation von Musikern
aus der Jazzszene mit sogenannten E-Musikern von Anfang an eine
fruchtbare Basis für die Entwicklung und Austragung musikalischer
Spannungen und Konflikte geschaffen. Mit einer Formation, die vielleicht
in mancher Hinsicht an eine Big-Band erinnert, in Ausdrucksbereiche
vorzudringen, die sowohl in Formen des Jazz als auch in der »Ernsten
Musik« verwurzelt sind, war eines der Hauptziele dieser Arbeit.
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