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straightforward
für Streichorchester
[ 1994 ]

Konzert für Orchester
 

 

 
   
 

Noch nie war das Spektrum unterschiedlicher Musikrichtungen und -stile so breit gestreut wie heute. Als Komponist fühle ich mich von zahlreichen Tendenzen und Klangwelten angezogen und bin immer wieder bestrebt, verschiedenste Einflüsse auf eine persönliche Weise miteinander zu verbinden.

Gelegentlich ergab sich für mich eine Art »Pendeln« zwischen einer eher »kopflastigen« und einer »bauchlastigen« Arbeitsweise, freilich nie das eine oder andere ganz ausklammernd.
Beim Schreiben von straightforward nahm ich nach einigen konstruktiv ausgerichteten Kompositionen wieder einen eher »spontanen« Standpunkt ein. Es ging mir um die Auseinandersetzung mit traditionellen musikalischen Strukturen und um den Versuch, diese in eine zeitgemäße Sprache einzubinden. Hierbei ergab sich freilich ein (spannender) Balanceakt: permanent der Gefahr einer gewissen Abgeschmacktheit entgegensteuernd, die aus der Verwendung vertrauter Klangwirkungen (etwa durmoll-tonaler Elemente) resultiert, war ich bestrebt, das Gleichgewicht durch ein Zusammenspiel von Harmonik und Rhythmik zu wahren.

 

 
 

kompositionen
noten
presse

   
 

straightforward
für Streichorchester

15'17" | 5.24 MB
quicktime
windows-media

   
 

Dort, wo etwa Dreiklänge Vertrautes zu Gehör bringen, habe ich die Regelmäßigkeit des Metrums bewusst gebrochen; so wird, durch asynchrone Fortschreitungen der einzelnen Stimmen, zu traditionellen Elementen Distanz erzeugt und die notwendige Neutralisierung erzielt, sodass der Eindruck entsteht, Bekanntes ergebe sich unbeabsichtigt, zufällig, nebenbei.

 

 
   
 

Mit »direkt«, »unmittelbar« oder einfach »drauflos« könnte man den Titel straightforward übersetzen, als Umschreibungen eines Begriffes, der sich adäquat aus dem Englischen ins Deutsche eigentlich nicht übertragen lässt.

 

 
   
 

Straightforward

Es ist für Streicher,
das sieht man;
es ist dreiteilig,
das hört man;
es ist ca. 14 Minuten lang,
das merkt man.

Es ist nicht »experimentell«,
das befremdet einige;
es ist aber immerhin rhythmisch vertrackt,
das plagt manche;
es klingt einfacher, als es ist,
das erkennen vielleicht wenige.

Es hat ein Thema,
solches ist manchmal nicht ungewöhnlich;
es hat Anfang und Ende,
das ist nicht unbedingt selbstverständlich;
es bedarf keiner Gebrauchsanweisung,
das ist wohltuend —

Was soll ich Ihnen sonst noch erzählen?


 
   
 

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