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texte von martin lichtfuss

martin lichtfuss texte
   
       
   
 

Zu neuer Kirchenmusik


Wenn von "Neuer Kirchenmusik" gesprochen wird, so kommt wohl den Wenigsten in den Sinn, dass "Kirche" und "Neue Musik" Wesentliches gemein haben – und wohl mehr, als ihnen lieb ist: Sie tragen beide verhängnisvolle "Erbsünden" mit sich. Diese entfalten ihre Wirkung darin, dass sich die Mehrheit der Menschen unserer Gesellschaft geradezu reflexartig abwendet, sobald von "Kirche" oder "Neuer Musik" die Rede ist...

Gemeinsame "Erbsünde"

   
  Soll man als Komponist Neuer Kirchenmusik durch Festhalten an etablierten Hörerwartungen eines einschlägigen Fachpublikums – einer mehr oder weniger eingeschworenen Minderheit – auch noch die letzten Kirchenbesucher davonscheuchen? Oder besteht die Aufgabe einer Kirchenmusik nicht eher darin, Menschen anzulocken und zum Kirchenbesuch zu "verführen" – etwa, indem man zulässt, dass Neue Musik, ungeachtet der Frage, welcher Materialien sie sich bedient, auch "schön" sein darf?

 

"Schönheit" als Lockmittel?

   
  Für einen grundsätzlich aufgeschlossenen Hörer sollte die schillernde Buntheit etwa eines Clusters mit der Farbigkeit eines Dreiklangs durchaus korrespondieren können. Oder sich der Zauber einer Melodie vielleicht auch bei Flageolettklängen entfalten.

 

Die "andere" Seite neuer Klänge –

   
  Die Anwendung von auf breiter Basis verständlichen und akzeptierten Klangmitteln bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung künstlerischer Ansprüche, wie sie im Umfeld der Neuen Musik vorauszusetzen sind, mutet als "Quadratur des Kreises" an. Aber gibt es denn eine wichtigere Bestimmung der Kunst als jene, nach Utopien zu streben?

 

Eine Utopie?

 
   
 
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