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texte von martin lichtfuss

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Vorwort zu
»Operette im Ausverkauf«

von Wendelin Schmidt-Dengler
[ 1989 ]


Die Textbücher der Operette sind eine Fundgrube für jeden, der etwas über den Umgang der Österreicher mit ihrer kulturellen Identität in Erfahrung bringen will.
Sie müssen als Zeugnisse ernst genommen werden, wenn auch nicht tierisch ernst.
Martin Lichtfuss analysiert solche Gebilde aus der Zeit nach 1918, Gebilde, die der Literaturwissenschaft bislang kaum zum Problem geworden sind und die doch außerordentlich problematisch sind.

 

Die Operette als
kulturgeschichtliche
Fundgrube

   
 

Grundlagenforschung war vonnöten: Lichtfuss ging – ein außerordentlich strapaziöses und doch lohnendes Unterfangen – der Biographie der Librettisten nach, verglich Fassungen, ließ sich auf die Aufführungsgeschichte ein, sichtete Rezensionen.

Das Stadium, in dem sich die Operette damals befand, war ein prekäres: Es ist nicht mehr die Zeit der »goldenen« Operette, auch das Silber wirkt schon fleckig, und doch gab es noch große Erfolge, und so verfügen wir nur über wenig Material, das so viel Aufschluss darüber gibt, wie die Konkursmasse der Donaumonarchie mental verwertet und verwaltet wurde.

Die Operette konservierte nach außen hin den Zauber der Montur und das, was sie für den Charme des Vielvölkerstaates hielt; sie konnte auch ins Exotische mutieren oder sich als Staatskunst offizieller Weihen versichern, und dass sie sich zum Tragischen verstieg, war ihre Tragödie.

 

Grundlagenforschung

   
 

Die Analyse dieser Texte erfordert besondere Voraussetzungen: Martin Lichtfuss ist Musiker und Germanist in Personalunion - und so kann er auf die Textnuancen hören und die Botschaft der Musik dechiffrieren.

 


 
   
 
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